Weihnachtsbräuche
Weihnachten das Fest der Traditionen und Bräuche

Wer kennt sie nicht, die Bräuche zu Weihachten, die das Fest der Liebe zu dem machen, was es ist. Sei es der einfache Adventskranz, leckere Weihnachtsplätzchen oder das Sternsingen. Manche von den zelebrierten Bräuchen sind schon sehr alt, andere sind neu hinzugekommen. Besonders für Familien gehören sie zu den Weihnachtstagen, um zu mehr Zusammenhalt durch gemeinsame Erinnerungen zu finden.

Am 4. Dezember ist der Gedenktag an die Heilige Barbara. Diese zählt zu den 14 Nothelfern und ist Schutzpatronin unter anderem für die Bergleute. Barbarazweige werden meist von Obstbäumen wie Apfel, Kirsche oder Pflaume geschnitten, aber auch die Forsythie oder Lindenzweige eigenen sich dafür. Den abgeschnittenen Zweig stellt man an einem warmen Ort, am besten neben dem Ofen, in lauwarmes Wasser. Bis Weihnachten sollten sich dann die Blüten öffnen. Je nach Region ist das Brauchtum um diese Zweige unterschiedlich. In Böhmen wurden sie mit dem Rücken zu ihnen und mit einem Hemd bekleidet geschnitten.

Äpfel als Obst sind eng mit dem heiligen Nikolaus verbunden und symbolisieren Goldklumpen. Auf der anderen Seite sind sie durch die Paradiesspiele zur Frucht des Lebens geworden: Nach mittelalterlichem Verständnis konnte die sündhafte Frucht nur ein Apfel sein. Äpfel versinnbildlichen Fruchtbarkeit und Wohlstand, und an manchen Orten aß man zu Heiligabend einen Apfel, um sich im kommenden Jahr vor Unglück zu schützen. In einer regionalen Variante Westfalens schenkte man sich zu Weihnachten wechselseitig Äpfel, die man sofort essen musste, damit einem nie das Geld ausginge. Auch hebt man in manchen Gegenden die Apfelkerne der zu Weihnachten verspeisten Äpfel auf, um diese einzupflanzen.

Das Aperschnalzen ist ein bayerisch-salzburgischer vorchristlicher Brauch und eine Form des Goaßlschnalzens. Hierbei handelt es sich um ein rhythmisches Schnalzen und Knallen mit der Goaßl, einer bis zu vier Meter langen, kurzstieligen Peitsche, an deren Ende ein Bast befestigt ist. Der Knall entsteht durch eine schnelle Richtungsänderung. Das Schnalzen wird in kleinen Gruppen, sogenannten Passen, zu je sieben oder neun Personen - immer in einer ungeraden Zahl - betrieben, die zwei Durchgänge schnalzen. Der sogenannte Aufdreher ist meist der kleinste Mann jeder Passe: Dieser leitet das Schnalzen ein mit einem Ruf wie "aufdrahd, oane, zwoa, drei dahin geht´s".

Das Anklöpfeln oder Anklöckeln ist ein alter Brauch, der heute vor allem in Tirol, Südtirol und Oberbayern verbreitet ist. Hierbei ziehen oft Kinder von Haus zu Haus, singen Lieder und bekommen dafür kleine Geschenke. Wie beim Anklöckeln traten aber auch Lehrjungen und arme Leute in Erscheinung. Teilweise traten die Klöpfler vermummt auf. Die einzelnen Zeremonien und Rituale sind regional sehr unterschiedlich und haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Überlieferungen deuten darauf hin, dass es das Anklöpfeln bereits im 15. Jahrhundert gab. Damals wollte man damit jedoch vor allem erkunden, was das neue Jahr bringen wird, und das Anklöpfeln galt als ein auf den Jahreswechsel bezogenen Orakelbrauch.

Das Wort "Anklöckeln" kommt ursprünglich von "klocken" und bedeutet "Klopfen". Das "Kletzein" ist auf die Gabe von Kletzen - getrockneten Birnen - zurückzuführen, die sinnbildhaft für viele weitere kleine Gaben stehen. Das Anklöckeln im Zusammenhang mit Kletzein steht für einen Adventsbrauch, der besonders im alpenländischen Raum beheimatet ist und in zahlreichen Traditionen auftritt. Er hat einen vegetationskultischen Ursprung und sein Ziel war es, den bösen Mächten ihre Kraft zu nehmen. Als Heischebrauch werden bei ihm Gaben erbittet, und in manchen Gegenden kehren die Anklöckler ein und sind zu Gast.


Beim Anklöckeln erregten Umzugsgruppen ausschließlich an Donnerstagen im Advent durch Läuten eines Glöckchens, durch Singen oder Klopfen die Aufmerksamkeit von Hausbewohnern. Oft handelte es sich um Kinder, alte Leute oder arbeitslose und sozial schwache Menschen, die durch das Anklöckeln auf eine Gabe hofften. In Zeiten größerer Armut konnten sich so viele Anklöcklergruppen eine kleine Reserve für den Winter erbetteln. Oft gehörte dazu das sogenannte Kletzenbrot als haltbares Lebensmittel dazu. Bei standesbewussten Bauern oder allgemein sozial besser gestellten Leuten war das Anklöckeln jedoch verpönt. Denn die Anklöckler liefen oft in Lumpen verkleidet von Haus zu Haus. Ihr Gesicht war oft rußgeschwärzt, und in manchen Gegenden wurden auch Masken getragen. Sinnbildhaft verkörperten sie das Totenheer, und ihre Lieder und Sprüche beinhalteten neben dem Heischen auch Segenswünsche für sämtliche Bereiche. Diejenigen, die sie mit kleinen Gaben beschenkten bzw. sie bewirteten, hofften, dass ihnen dadurch ein gutes Jahr beschieden und alles Übel vertrieben würde. Heute sind die Anklöckler in der Regel Kinder im Grundschulalter, die sich über kleine Geschenke oder etwas Kleingeld freuen.

Traditionen und Bräuche

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