"Von drauß` vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr" - mit diesen Worten kündigt sich in einem Gedicht Theodor Storms der sowohl geliebte als auch gefürchtete Knecht Ruprecht an. Er ist der Gehilfe des heiligen Nikolaus, mit welchem er nach alter Sitte im mittleren und nördlichen deutschen Sprachraum am Vorabend des 6. Dezember die Kinder zu Hause besucht.  Meist hat er einen langen Bart und ist mit einer braunen oder schwarzen Kutte gekleidet. An seinem Gürtel trägt er eine Rute, mit der er ungehorsame Kinder züchtigen kann. Im späten Mittelalter kam ihm sogar die Rolle eines Kinderschrecks zu, um die Kinder zur Frömmigkeit zu mahnen.

In dem Korb auf seinem Rücken befinden sich Äpfel, Nüsse, Lebkuchen und andere Süßigkeiten, mit denen er die artigen Kinder belohnt, denn im Mittelalter war an manchen Orten bereits der 6. Dezember der Tag der Bescherung. Während der heilige Nikolaus insbesondere in protestantischen Gegenden vom Christkind oder dem Heiligen Christ verdrängt wurden, genoss sein einstiger Gehilfe Knecht Ruprecht hingegen weiterhin hohes Ansehen und wurde in manchen Gegenden zur alleinigen Figur. In manchen Regionen - etwa in Sachsen - nimmt Knecht Ruprecht sogar vollständig die Rolle des Weihnachtsmannes ein, der am 24. Dezember die Kinder beschenkt als auch bestraft. Heute sind die Figuren des heiligen Nikolaus und des Knecht Ruprecht in ihrer Wahrnehmung häufig vermischt, und oft unterscheidet man nicht wirklich zwischen ihnen. Wenn sie als zwei verschiedene Figuren gesehen werden, dann meist in dem Sinne, dass Knecht Ruprecht nur als der Korbträger des heiligen Nikolaus angesehen wird. Regional wird er oft unterschiedlich bezeichnet, etwa als Rupknecht, Knecht Nikolas, Nickel oder Pelznickel

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