Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit hier hinter an den Ofen und vergeßt den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wen man von der Kälte erzählt.

manche Leute, vor allem eine gewisse Sorte Männer, die etwas gegen Sentimentalität hat, haben eine starke Aversion gegen Weihnachten. Aber zumindest ein Weihnachten in meinem leben ist bei mir wirklich in bester Erinnerung. Das war der Weihnachtsabend 1908 in Chicago.

Es war so gräßlich kalt; es schneite und es begann dunkler Abend zu werden. Es war auch der letzte Abend des Jahres, Silvesterabend. In dieser Kälte und in dieser Dunkelheit ging auf der Straße ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen; ja, sie hatte zwar Pantoffeln angehabt, als sie von Hause wegging, aber was nützte das schon! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt benutzt, so groß waren sie, und die verlor die Kleine, als sie über die Straße eilte, während zwei Wagen so erschreckend schnell vorbeifuhren. Der eine Pantoffel war nicht zu finden, und mit dem andern lief ein Knabe davon; er sagte, den könne er als Wiege brauchen, wenn er selbst einmal Kinder bekomme.

Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm herlief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute her.

Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder freuten sich wohl darüber, aber quieken sollten sie und jubeln und singen, so wollte er es, das taten sie aber nur selten.

Die Bäume stritten einmal miteinander, wer von ihnen der vornehmste wäre. Da trat die Eiche vor und sagte: “Seht mich an! Ich bin hoch· und dick und habe viele Äste, und meine Zweige sind reich an Blättern und Früchten.” “Früchte hast Du wohl”, sagte der Pfirsichbaum; “allein es sind nur Früchte für die Schweine;· die Menschen mögen nichts davon wissen. Aber ich, ich liefere die rotbackigen Pfirsiche auf die Tafel des Königs”. “Das hilft nicht viel”, sagte der Apfelbaum, “von deinen Pfirsichen werden nur wenige Leute satt. Auch dauern sie nur wenige Wochen;· dann werden sie faul, und niemand kann sie mehr brauchen.

Frankfurt, den 25. Dezember 177 – Christtag früh. Es ist noch Nacht, lieb er Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der Türmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darüber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder, die man singt, und die Kälte, die eingefallen ist, macht mich vollends vergnügt. ich habe gestern einen herrlichen Tag gehabt, ich fürchtete für den heutigen, aber der ist auch gut begonnen, und da ist mir’s fürs Enden nicht angst.

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O Tannenbaum, o Tannenbaum,
O Tannenbaum, o Tannenbaum, du trägst ein’ grünen Zweig, den Winter, den Sommer, das dau’rt die liebe Zeit Warum sollt’ ich nicht grünen, da ich noch grünen kann? Ich hab’ nicht Vater noch Mutter die mich versorgen kann.
O du fröhliche, o du selige
O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen kommt der Weihnachtsmann,Kommt mit seinen Gaben.Trommel, Pfeife und Gewehr,Fahn und Säbel und noch mehr,Ja ein ganzes Kriegesheer,Möcht’ ich gerne haben. Bring’ uns, lieber Weihnachtsmann,Bring’ auch morgen, bringeMusketier und Grenadier,Zottelbär und Panthertier,
Morgen, Kinder, wirds was geben!
Morgen, Kinder, wirds was geben!Morgen werden wir uns freun!Welche Wonne, welches LebenWird in unserm Hause seyn;Einmal werden wir noch wach,Heysa, dann ist Weihnachtstag! Wie wird dann die Stube glänzenVon der großen Lichterzahl!Schöner, als bey frohen TänzenEin geputzter Kronensaal.Wißt ihr noch, wie vor’ges JahrEs am heil’gen Abend war
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

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